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Büromarktbericht 1. Halbjahr 2026 | Kölns Büronutzer suchen – aber unterschreiben selten

Die Nachfrage nach Kölner Büroflächen bleibt ungebrochen hoch. Aufgrund fehlender Planungssicherheit in einem anspruchsvollen wirtschaftlichen und geopolitischen Umfeld zögern viele Unternehmen jedoch, bereits weit fortgeschrittene Anmietungsentscheidungen tatsächlich umzusetzen. Statt neue Mietverträge zu unterzeichnen, entscheiden sich viele Nutzer nach intensiver Prüfung eher für eine Verlängerung des bestehenden Mietverhältnisses oder verschieben ihren geplanten Umzug auf unbestimmte Zeit.

Der Kölner Büromarkt im 1. Halbjahr 2026 in Zahlen

Datenstand: 30. Juni 2026. Quelle: Angermann NRW Research, Büromarktbericht Köln 1. Halbjahr 2026.

Büroflächenumsatz Köln, 1. Halbjahr 2026rund 74.000 m² (H1 2025: 105.000 m², –30 %)
10-Jahres-Durchschnitt Flächenumsatz (Gesamtjahr)281.000 m²
Spitzenmiete32,10 €/m² (Höchstmiete: 37,00 €/m²)
Durchschnittsmiete17,80 €/m² (2025: 19,90 €/m²)
Leerstand460.000 m², Leerstandsquote 5,6 % (Ende 2025: 450.000 m², 5,47 %)
Fertigstellungen H1 202614.400 m² (2025: 112.000 m²), Projektpipeline der kommenden drei Jahre: sinkend
Größter AbschlussDeutsche Bank, 7.000 m², Tunisstraße 19–23
Prognose Gesamtjahr 2026Flächenumsatz von rund 160.000 m² realistisch

„Die Nachfrage ist da. Was vielerorts fehlt, ist die Planungssicherheit für eine verbindliche Entscheidung“, sagt Alexander Wunderle, Managing Partner (Office & Investment) bei Angermann NRW.

Diese Zurückhaltung bei Abschlüssen wirkt sich auch auf die Vermietungsleistung aus: Der Flächenumsatz belief sich im ersten Halbjahr 2026 auf rund 74.000 m² und lag damit knapp 30 % unter dem Vorjahreswert.

Große Gesuche, seltene Abschlüsse

Vor allem Unternehmen mit größerem Flächenbedarf sondieren den Markt intensiv und führen Suchprozesse, die sich teils über Monate, in Einzelfällen sogar über Jahre erstrecken. Dennoch münden diese Prozesse derzeit nur selten in konkrete Abschlüsse, da sich viele Nutzer letztlich für den Verbleib im Bestand entscheiden. Großvolumige Anmietungen blieben deshalb im ersten Halbjahr die Ausnahme. Das Marktgeschehen wurde erneut vor allem von kleineren und mittleren Flächenabschlüssen geprägt: 48,7 % des Flächenumsatzes entfielen auf Abschlüsse bis 500 m², 32,6 % auf 500 bis 2.000 m², 10,3 % auf 2.000 bis 5.000 m² und 9,0 % auf 5.000 bis 8.000 m². Abschlüsse über 8.000 m² gab es im ersten Halbjahr nicht.

Ob Verbleib oder Wechsel im Einzelfall die wirtschaftlichere Entscheidung ist, lässt sich rechnen: Unser Standortcheck Stay or Move stellt beide Wege nach denselben Maßstäben gegenüber – Kosten je Arbeitsplatz und Kapitalwert über zehn Jahre. Kostenfrei und ergebnisoffen.

Lage und Qualität schlagen den Preis

Räumlich konzentriert sich die Nachfrage weiterhin klar auf zentrale und gut angebundene Standorte. Auf die Innenstadt inklusive Deutz entfallen rund 53 % des Flächenumsatzes. Damit bleibt dieser Teilmarkt mit Abstand die wichtigste Bürolage Kölns. Auffällig ist dabei, dass hier spürbar höhere Mieten aufgerufen werden als in anderen Office Hot Spots. Nutzer weichen also nicht automatisch in preiswertere Lagen aus.

„Wer einen Standortwechsel plant, sucht vor allem Qualität, Erreichbarkeit und Standortwirkung. Kurz: Lage und Qualität schlagen den Preis“, so Alexander Wunderle.

Mietpreise in den Kölner Büro-Teilmärkten, 1. Halbjahr 2026

Angaben in ca. €/m² Nettokaltmiete zzgl. Nebenkosten und MwSt.; Marktanteil = Anteil am Flächenumsatz.

TeilmarktStadtteileMarktanteilMietspanneØ Miete
Köln InnenstadtInnenstadt, Deutz53,00 %11,00–37,00 €/m²21,94 €/m²
Köln WestWeststadt, Braunsfeld, Ehrenfeld, Marsdorf, Lindenthal, Ossendorf, Bilderstöckchen20,16 %7,00–23,00 €/m²15,67 €/m²
Köln SüdZollstock, Rodenkirchen, Bayenthal8,73 %9,50–25,00 €/m²15,64 €/m²
Köln NordButzweilerhof, Bickendorf, Longerich, Niehl, Riehl, Nippes8,56 %9,90–20,00 €/m²12,72 €/m²
Köln Nord-OstSchanzenstraße, Mülheim, Kalk5,96 %11,00–17,50 €/m²16,09 €/m²
Köln Süd-OstPoll, Porz, Gremberghoven, Westhoven3,10 %6,52–17,55 €/m²10,59 €/m²
Sonstige Stadtteile0,49 %12,50 €/m²12,50 €/m²

Sinkende Durchschnittsmiete ist kein Zeichen geringerer Zahlungsbereitschaft

Dieses Muster spiegelt sich auch in der Mietentwicklung wider. Die Spitzenmiete hält sich mit 32,10 €/m² auf hohem Niveau, während die Durchschnittsmiete auf 17,80 €/m² zurückgeht – jedoch kein Zeichen sinkender Zahlungsbereitschaft. Zur Einordnung: 2022 lag die Durchschnittsmiete bei 17,63 €/m², 2023 bei 19,24 €/m², 2024 bei 19,82 €/m² und 2025 bei 19,90 €/m². Die Spitzenmiete stieg von 28,00 €/m² (2022) über 33,90 €/m² (2023) auf 35,00 €/m² (2024) und liegt seit 2025 bei 32,10 €/m².

„Vielmehr ist der Rückgang vor allem auf die geringe Zahl hochwertiger Neubauflächen und Premiumabschlüsse im Berichtszeitraum zurückzuführen, die den Durchschnitt sonst stärker nach oben getrieben hätten. Der Bedarf an modernen Büroflächen in guten Innenstadtlagen bleibt unverändert hoch“, erklärt Alexander Wunderle.

Zweiteilung des Marktes verfestigt sich

Der Leerstand hat sich gegenüber dem Jahresende 2025 moderat um rund 10.000 m² auf 460.000 m² erhöht. Die Leerstandsquote stieg damit von 5,47 % auf 5,60 %. Zum Vergleich: 2022 lag der Leerstand bei 235.000 m² (2,9 %), 2023 bei 260.000 m² (3,2 %), 2024 bei 365.000 m² (4,45 %). Gleichzeitig verfestigt sich die Zweiteilung des Marktes. Die Fertigstellungen sind mit 14.400 m² im ersten Halbjahr 2026 deutlich zurückgegangen (2025: 112.000 m²), die Projektpipeline für die kommenden drei Jahre sinkt.

„Moderne Flächen in etablierten Bürolagen verfügen weiterhin über gute Vermarktungschancen. Ältere Bestandsobjekte außerhalb der bevorzugten Standorte geraten dagegen zunehmend unter Druck. Hier entscheiden heute vor allem Incentives, Ausbauqualität, Stellplätze und Entscheidungsgeschwindigkeit über den Vermarktungserfolg“, so Alexander Wunderle.

Die größten Abschlüsse und stärksten Branchen im 1. Halbjahr 2026

Die fünf größten Büro-Abschlüsse in Köln: Deutsche Bank mit 7.000 m² in der Tunisstraße 19–23, EY mit 5.300 m² am Börsenplatz 1 (Neuabschluss im Bestand), MSIG mit 3.400 m² Im Mediapark 8, Cleary Gottlieb mit 2.500 m² in der Sedanstraße 10–16 und Katholino mit 2.128 m² in der Josef-Lammerting-Straße 20–22.

Die flächenumsatzstärksten Branchen: Dienstleistungsbranche mit 16.678 m², Kredit- und Finanzwesen mit 13.003 m², Gesundheit und Sozialarbeit mit 7.337 m², IT und Digitales mit 5.835 m² sowie Beratung mit 5.613 m².

Ausblick: Flächenumsatz von rund 160.000 m² im Gesamtjahr 2026 realistisch

Die aktuelle Entwicklung des Kölner Büromarkts ist nicht auf mangelnde Attraktivität zurückzuführen. Vielmehr bremsen derzeit vor allem die fehlende Planungssicherheit und das gesamtwirtschaftliche Umfeld das Marktgeschehen. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Angermann NRW einen Flächenumsatz von rund 160.000 m². Die drei Angermann NRW Stimmungsbarometer für die Bürovermietung zeigen: Flächenumsatz sinkend, Leerstand leicht steigend, Durchschnittsmiete leicht sinkend. Was kommt: Zahlreiche zurückgestellte Anmietungsentscheidungen kehren in den Markt zurück. Was geht: Die Erwartung, dass sich Büroflächen in Nebenlagen ohne Investitionen und flexible Nutzungskonzepte weiterhin problemlos vermieten lassen. Was bleibt: Starke Nachfrage nach modernen Flächen in zentralen Lagen und kleineren hochwertigen Einheiten.

„Sollte sich das Umfeld nachhaltig stabilisieren, dürfte ein Teil der aktuell zurückgestellten Anmietungsentscheidungen kurzfristig in konkrete Abschlüsse münden“, prognostiziert Alexander Wunderle.

Methodik und Quelle

Der Büromarktbericht Köln erscheint halbjährlich und wird vom Research der Angermann NRW GmbH auf Basis von über 400 analysierten Transaktionen pro Jahr erstellt. Angermann NRW ist Mitglied der Kölner gif-Maklerdatenrunde, in der die relevanten Marktteilnehmer ihre Vermietungsumsätze beisteuern, aus denen die offiziellen Kölner Marktzahlen entstehen. Flächenumsatz, Leerstand und Mieten folgen den Definitionen der Gesellschaft für Immobilienwirtschaftliche Forschung (gif). Datenstand: 30. Juni 2026. Den vollständigen Bericht mit allen Grafiken erhalten Sie auf unserer Research-Seite.

Sie suchen Büroflächen in Köln oder möchten Ihre Fläche vermarkten? Angermann NRW ist exklusiver Partner von bürosuche.de in Köln, regelmäßig Lead-Makler für Eigentümer und hat seit 2009 mehr als 150.000 m² Bürofläche vermittelt. Mehr dazu unter Bürovermietung Köln, im Leitfaden „Büroflächen mieten in Köln“ und auf der Seite zu Off-Market-Büroflächen in Köln.